Titikakasee: Copacabana.

Titikakasee. Das höchstgelegene kommerziell schiffbare Binnengewässer der Welt. Das ist ja mal ein Titel!

Wir erleben ihn tiefblau, mit viel Sonnenschein und fantastischen Sonnenuntergängen. Weil er von mehreren Seiten besichtigt werden will, stoppen wir erst auf der bolivianischen Seite, danach in Peru. Aber alles der Reihe nach.

Copacabana

Copacabana ist der Strand der Bolivianos. Bolivien ist nämlich wie Österreich und Nepal ein Binnenland und hat keinen direkten Zugang zum Meer. Vor etlichen Jahren hatte das Land zwar einen, aber Chile war der Meinung, das gehöre geändert und seitdem ist Bolivien eben ein Binnenland. Mit Bestrebung, sich den Meerzugang wiederzuholen, was aus wirtschaftlichen Gründen wohl sinnvoll wäre, aber realistisch gesehen nicht passieren wird.

Wir kommen in Frieden.

Copacabana ist aus zwei Gründen bekannt: Erstens für den Strand. Der Ort erinnert Alice ein bisschen an Caorle: Am Wasser ist halli-galli mit Verkaufsständen, Bars, Tretbooten und lauter Musik. Uns wird relativ deutlich davon abgeraten, mit dem Wasser des Titikakasees in direkten Kontakt zu kommen. Ist wohl ziemlich verunreinigt (die Fische aus dem See werden jedoch überall zum Verzehr angeboten).

Außerdem ist das Städtchen auch beliebt bei Autofahrern, die ihre Bezinfreunde dort segnen lassen. Kommt auch günstiger als eine Versicherung. An der großzügigen Kathedrale am Hauptplatz sind die Segnungszeiten ausgehängt und die Feierlichkeiten finden vor der Kirche statt. Die Autos werden dafür mit Blumen und Bändern geschmückt und nach der Zeremonie bekommen sie ein kleines Hütchen aufgesetzt. Danach ziehen die geladenen Gäste hinunter zum See, wo ausgiebig gegessen, noch mehr getrunken und ausdauernd getanzt wird.

Ein frisch gesegnetes Auto in Copacabana. Kannst du den kleinen Hut über der Fahrertür erkennen?

Ein wenig kurios also.

Ausflug zur Isla de la Luna und der Isla del Sol

Eine der schönsten Erinnerungen von Alices letztem Besuch am Titikakasee war die Wanderung auf der Isla del Sol. Als wir diesen Ausflug buchen möchten, lernen wir, dass dieser Spaziergang seit einiger Zeit nicht mehr möglich ist. Irgendwelche Querelen zwischen Dorf A und Dorf B. Wie schade!

Als Alternative nehmen wir ein Boot zur Isla de la Luna, auf der sich ein Inkatempel befindet, und weiter zum Südende der Isla del Sol. Von dort aus dürfen wir zu Fuß bis in das nächste Dorf gehen. Auch schön und die Aussicht auf die Königskordilleren der Anden ist mehr als beeindruckend.

Die Königskordilleren der Anden von der Isla de la Luna aus.

Wieder gibt es zahlreiche Ausgrabungen unklarer Verwendung, die auf die Zeit der Tiwanaku (die vor den Inkas lebten) hindeuten. Uns wurde erklärt, dass das von einem bestimmten Stein auf der Insel aus gesprochene Wort im mehr als 50 km Luftlinie entfernten Tiwanaku (einem Ort, den wir von La Paz aus besichtigt hatten) zu hören sei. Unglaublich!

Ein knuffiges Alpakababy.

Beim nächsten Mal möchte Alice ein, zwei Nächte auf der Insel verbringen, da es offenbar sehr wohl möglich ist, die Insel zu bewandern (nur darf offenbar kein Boot im Norden anlegen).

Wir lieben die kräftigen Farben der traditionell gewebten Stoffe.
Alfred auf der Inkastiege.

Spaziergang auf den Kalvarienberg

„Wir könnten vor dem Abendessen noch schnell auf einen Viertausender gehen“, schlägt Alfred beim Mittagessen vor. Wo sonst wäre das möglich als hier – liegt Copacabana ja schon auf rund 3.800 m! Die Idee gefällt uns beiden, daher machen wir uns am Nachmittag auf, um den Sonnenuntergang vom Cerro Calvario aus zu bewundern. Bedächtig steigen wir die vielen Stufen des Kreuzweges (wie passend) nach oben und erreichen den Gipfel früh genug, um ein schönes Plätzchen mit Aussicht auf Sonne und See zu finden.

Der Ort Copacabana vom Kalvarienberg aus.

Um uns herum tummeln sich viele Einheimische, Familien mit Kind und Kegel, junge Paare, auch ein paar Touristen sind dabei und wie überall – Hunde. Ein Stückchen weiter findet eine Zeremonie statt, während welcher ein Mann drei jungen Personen Bier in die Hände leert und danach Knallkörper zündet.

Die Sonne fällt beinahe vom Himmel in den See, so nahe sind wir schon am Äquator und bevor wir absteigen gibt’s noch einen Screenshot vom Höhenmesser, der tatsächlich 4.000 m anzeigt – nachdem Alice sich auf einen Stein gestellt und weit nach oben gestreckt hat.

Auch die Aussicht von unserer Unterkunft kann sich sehen lassen.
Selbst in der Nacht gibt es Aussicht.

Nach über 6 Wochen in Bolivien, die wir sehr genossen haben, reisen wir ein bisschen wehmütig, aber gleichzeitig voller Vorfreude in unser nächstes Land: Peru

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