Bardia. Gedankenlauf.

Die Spuren der Elefanten sind kreisrund und knöcheltief. Mir wird versichert, dass dies die letzte Saison sein wird, in welcher sie Touristen durch den Dschungel tragen müssen. Danach sollen sie lediglich zur Patrouille eingesetzt werden.

Neben uns eine Mulde im Sand, zerdrückte Büsche.

„Rhino playing.“

Deepak stapft zielstrebig voran. Er folgt den Warnrufen der Rehe. Vertrauensvoll trabe ich hinter ihm her. Jedes fallende Blatt erregt meine Aufmerksamkeit.

„We wait here.“

Während ich damit beschäftigt bin, mit meinem Fernglas ein Stück Holz als solches zu erkennen, flüstert er energisch: „Tiger, tiger!“

Das Schilf teilt sich und er schreitet aus dem schützenden Dickicht in Richtung Fluss. Geräuschlos überquert er die glatten Steine, um gemächlich zu trinken. Er hebt den Kopf, blickt in unsere Richtung.

„Can he see us?“ – „Yes.“

Auge in Auge mit der Tigerdame, die uns durchdringend mustert, ehe sie uns als ungefährlich einstuft, ihren Kopf wieder senkt und nach ein paar weiteren kräftigen Schlucken ihren Weg fortsetzt.

Es ist kurz nach 9 Uhr morgens.

Deepak und ich sind ergriffen. Langsam beginnen wir zu grinsen wie die Katze bei Alice im Wunderland (und Alice ist in diesem Moment definitiv im Wunderland). Wir lachen, unbeschreiblich dankbar, Zeugen dieses fantastischen Schauspiels geworden zu sein. Für einige Momente entsteht eine enge, fast intime, Verbindung zwischen uns, die rein daraus resultiert, dass wir gerade diese extrem intensiven Augenblicke miteinander geteilt haben.

Erst einige Minuten später erinnern wir uns an unsere Kameras und klicken uns gierig durch die Fotos, die wir wie in Trance geschossen haben. Wir zeigen sie uns gegenseit und wieder lachen wir, erfüllt von dem großen Glück und dem Privileg, dessen wir uns zutiefst bewusst sind.

Wir scherzen, was dieser Tag uns jetzt eigentlich noch bieten wird, wenn er um 9 Uhr schon so loslegt.

Spoiler: Wir wurden nicht enttäuscht.

HIER lest ihr unseren Beitrag zu Alices weiteren Begegnungen im Bardia Nationalpark und unseren gemeinsamen Erlebnissen im fernen Westen Nepals.

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