El Bolsón. See und Schlucht.

Um unseren Aufenthalt in Bariloche für ein paar Tage zu unterbrechen, nehmen wir den Bus nach El Bolsón. Um wenig Geld (ARS 250 pP) fahren wir 2 1/2 Stunden lang recht komfortabel nach Süden.

Der Ort ist ein bisschen hippie. Viele Menschen tragen weite Hosen und bunte Kleidung, Dreadlocks sind die Norm. An jeder Zufahrtsstraße aller (beiden?) Ampelkreuzungen führen junge Damen und Herren kleine Kunststücke auf und bitten um Geldspenden. Im Zentrum gibt es mehrmals wöchentlich einen Markt am Hauptplatz, wo Lebensmittel aus eigenem Anbau, sowie allerlei Kunsthandwerk verkauft wird.

Mitte Februar ist es noch richtig heiß hier, also führt uns der erste Ausflug an den nahe gelegenen See.

Sommer im nördlichen Patagonien.

Tagesausflug zum Lago Puelo

Mit dem Linienbus fahren wir um ARS 30 pP von El Bolsón zum See. Allerdings wird hier die Grenze der Region (wie bei uns das Bundesland) überschritten, somit muss auf der nur rund 15 km langen Reise der Bus gewechselt werden.

Wieder einmal staunen und lachen wir über die zahlreichen Ineffizienzen in Argentinien.

Bei unserem ersten Besuch sind noch Schulferien und der Parkplatz ist komplett voll. Außerdem ist Eintritt zu zahlen. Ein paar Tage später sind wir fast alleine und gratis unterwegs.

Am Eingang zum Nationalpark Lago Puelo erhalten wir eine kleine Übersichtskarte mit sämtlichen Spazierwegen und machen uns auf, das Wegenetz zu erkunden. Das ist problemlos in ein paar Stunden möglich und so wandern wir vom Mirador hoch über dem See hinein ins Landesinnere und wieder zurück.

Alice am Aussichtspunkt hoch über dem See. Die schneebedeckten Gipfel hinter ihr bilden die Argentinisch-Chilenische Grenze.

Alice nascht wilde Brombeeren, die hier überall am Wegesrand wuchern und wir bestaunen die vielfältige Vegetation um uns herum.

Die wilden Brombeeren sind schon reif, die Hagebutten im Vordergrund brauchen noch ein paar Wochen.
Alice ist glücklich mit ihren Funden (die kommen morgen ins Müsli).
Am Lago Puelo gibt es einen Arrayánes-Wald. Dieser Baum gehört zu den Myrthengewächsen und wurde aus Spanien eingeführt.

Tageswanderung zum Cajon del Azul

Für den Valentinstag haben wir uns etwas Besonderes ausgesucht: Eine angeblich sehr lohnende Wanderung zur „Blauen Schlucht“.

Da es nur wenige Busse hin und retour gibt, brechen wir früh zur Haltestelle auf und stellen uns brav an. Die Fahrt ist kurz und unspektakulär, dann stellen wir uns gleich wieder ab – um uns zu registrieren. Für einen Spaziergang auf einer Forststraße?! Das haben wir doch schon im Ort!

Egal. Nochmal.

Gibt’s hier was geschenkt? Nein, hier ist die Registrierungsstelle.

Endlich können wir losstarten. Immer den Forstweg entlang, mehr bergauf und bergab als wir es erwartet hatten. Erst sind wir der Sonne ausgesetzt, die erbarmungslos herunterknallt, dann verdichtet sich der Wald und der nahegelegene Fluss lässt die Temperatur merkbar sinken.

Hier mussten wir zum Glück nicht drüber.

Irgendwann erreichen wir die Schlucht und finden sie „eh nett“. Also, wirklich schön und so. Aber ob wir so einen langen Weg nochmals gehen würden, wenn wir wüssten? Nicht zwingend.

Wir jausnen am erfrischenden Flusslauf, bevor wir uns auf den Rückweg machen, um rechtzeitig an der Bushaltestelle zu sein.

Wie so oft sind wir viel schneller als erwartet – noch über 2 Stunden, bis der Bus kommt, der uns zurück nach El Bolsón bringen soll – und probieren daher mal was Neues, in Patagonien aber völlig Normales: Wir stellen uns mit zwei weiteren Burschen an den Straßenrand und werden bereits vom nächsten vorbeikommenden Auto mitgenommen – hinten, auf der Ladefläche des Pick-Up. Ein kleiner Hund ist auch dabei.

Wir wissen wirklich nicht, was uns mit diesem Straßenschild mitgeteilt werden sollte. Hast du eine Idee?

Wanderung zum Cajon del Azul – kurz und knackig

Gesamtzeit: 7:00h
Gehzeit: 5:38 h
Distanz: 21,6 km
Höhenmeter im Aufstieg: 906 Hm
Beschreibung: Wanderung eher aufgrund der Länge, sonst ein ausgedehnter Spaziergang durch den Wald. Im Fluss kann an einigen Stellen gebadet werden (wenn die ausgesprochen frische Wassertemperatur nicht stört).

Wasserflasche, Proviant, Sonnenschutz und Hausverstand nicht vergessen.

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