Bariloche. Ein Stück Europa in Südamerika.

Wie kann sich ein Ort, der liegt, wo sich die Pampas zu den Anden erheben, so nach Zuhause anfühlen? Ganz einfach:


Bariloche – eigentlich San Carlos de Bariloche – liegt malerisch an die Anden geschmiegt am Lago Nahuel Huapi. Das Wasser des Sees ist tiefblau, die Berge rundherum machen sogar im Sommer (also ohne Schnee) Gusto auf Schitouren und das Panorama vom Ort aus erinnert uns an Tromsø in Norwegen.

Unser Hotel

Unser Hotel ist kurz vor der Ortschaft Llao Llao, etwas mehr als 20 km östlich von Bariloche. Das Hotel Gran Panamericano (mit diesem Code  könnt ihr bei eurer nächsten Buchung über Booking.com bis zu EUR 15 sparen) ist so herrschaftlich wie sein Name. Es erinnert an eine mondäne Hotelvilla in der Schweiz (bzw. so wie derartige Gebäude in unserer Phantasie aussehen): In der Lobby stehen antik anmutende Sofas mit großen Pölstern und ein offener Kamin, das gesamte Erdgeschoß hat eine Glasfront in den gepflegten Garten mit blühenden Rosen, duftendem Lavendel und prächtigen Hortensien. In der Nähe des Lavendel breitet Alice jeden Morgen ihre Yogamatte aus, die zum Glück noch Platz im Rucksack hatte.

Der Blick aus unserem Hotelfenster.

Die Zimmer sind recht einfach eingerichtet (Bett, ein Nachtisch, Schreibtisch, ein Sessel), aber da sowohl der Boden als auch die Möbel aus Holz sind, wirkt es dennoch sehr gemütlich. Es gibt sogar Heizkörper!

Bariloche = Schokolade

Die Fußgängerzone – umgangssprachlich die „Avenida de Chocolate“ – ist gesäumt mit unzähligen Schokoladegeschäften, wo die nationalen und internationalen Touristen ihr Lebendgewicht in Schokolade einkaufen.

Nach europäischen Standards ist die Auswahl eher beschränkt, da hier ausschließlich Milchschokolade als lokale Delikatesse angesehen wird. Dunkle Schokolade ist nahezu unbekannt, hier müssen Lebensmittel generell sehr süß sein (oder aus Rindfleisch). Zucker ist oft der erste Inhaltsstoff – noch vor Kakao bzw. Kakaobutter!

Ob Almdudler davon weiß?

Wie kommt das?

Die lokale Schokoladenindustrie existiert hier seit Mitte des 20. Jahrhunderts, als sich hier massig Immigranten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz niederließen. Ich denke, die vermutlichen Hintergründe ihres Exodus aus Europa ab den mittleren 40-er Jahren brauchen wir nicht weiter auszuführen?

Das relativ milde Klima eignete sich perfekt für die Produktion von Milchschokolade, Kühe gibt es hier ohnehin zuhauf und die Bohnen kommen aus dem benachbarten Brasilien.

Das deutsche Erbe

Heute erinnert nicht nur die Schokolade an die Einwanderungswelle. Auch tragen etliche Straßen deutsch klingende Namen, die Architektur mancher Hotels erinnert an Schweizer Chalets und am Hauptplatz können Reisende gegen ein kleines Entgelt Photos mit – haltet euch fest – Bernhardinerhunden machen, die der Authentizität wegen (?) kleine Fässer um den Hals tragen.

Ist das wirklich notwendig?

Llao Llao

Natürlich machen wir uns auch auf, ein paar kleine Wanderungen in der Nähe unseres Hotels zu erkunden. Der öffentliche Bus bringt uns zur Bootsanlegestelle in der Nähe des Hotels Llao Llao.

Blick auf den Lago Nahuel Huapi.

Wir folgen einem Rundwanderweg, erklimmen den Cerro Llao Llao (1,025 m) genießen die Aussicht von Mirador Traful und spazieren den Sendero de las Arrayanes am Ufer des Lago Perito Moreno zum Ausgangspunkt in Puerto Pañuelo zurück. Insgesamt sind wir an diesem Tag 14 km unterwegs in einer Umgebung, die uns immer wieder stark ans Salzkammergut erinnert.

Könnte auch am Fuschler See sein, ist aber in Argentinien.

Circuito Chico

An unserem – vorerst letzten Tag in Bariloche, bevor wir die weitere Umgebung mit einem Mietauto erkunden werden, fahren wir den Circuito Chico ab. Viele Touristen radeln die 27 km bergauf und bergab ja, aber wer Alice kennt, weiß, dass der Drahtesel nicht zu ihren Lieblingstieren gehört.

Zuerst besuchen wir Colonia Suiza, ein kleines Dörfchen am Lago Perito Moreno* gelegen, das zu 100 % auf Besucher zugeschnitten scheint. Wir finden es etwas schräg, aber auf die nette Art, weil absolut unaufdringlich. Außerdem finden wir vegane Burger und frische Himbeeren dort und alleine dafür hat sich der Abstecher schon gelohnt.

Eine Portion Pommes so groß wie Alfreds Kopf.

Zurück auf der Ruta 77 werden wir mit fantastischen Ausblicken auf den Lago Nahuel Huapi und die umliegenden Berge belohnt.

Wir besuchen den Bergsteigerfriedhof, auf dessen Gräbern sich – nicht unerwartet – viele Deutsch- und auch Italienisch-klingende Namen finden.

Am Bergsteigerfriedhof.

Um uns die Füße zu vertreten spazieren wir die Bahía Lopez entlang zum Mirador Brazo Tristeza. Wie viele glorreiche Ausblicke kann der Mensch eigentlich an einem Tag verarbeiten?

*Wo befindet sich Perito Moreno?

Kleiner Fun Fact zum Begriff „Perito Moreno“ in Patagonien, da es hier aus – wie du gleich sehen wirst – offensichtlichen Gründen regelmäßig zu Verwirrungen kommt:

  • Der Lago Perito Moreno (See) liegt am oben erwähnten Sendero de las Arrayanes, also quasi hier ums Eck.
  • Der Ort Perito Moreno ist auch unter dem Namen Lago Buenos Aires bekannt und über 800 km südlich von hier. Wir durchqueren ihn auf unserem Weg von Chile Chico nach El Chaltén (Blogbeitrag dazu HIER).
  • Der Perito Moreno Gletscher befindet sich im Los Glaciares National Park . Der nächste Ort ist El Calafate (fast 1.500 km südlich von Bariloche gelegen; unser Blogbeitrag dazu befindet sich HIER).
  • In der Nähe von El Bolsón gibt es ein Perito Moreno Schigebiet. Unser Beitrag zu El Bolsón ist HIER verlinkt.

Alles klar?*

*Für die ehemaligen Klassenkamaradinnen, die hier mitlesen: Alle Klarheiten beseitigt? 😉

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