Bariloche encore. Refugio Frey.

Nach den Seen und Neuquén finden wir uns wieder in Bariloche. Zufall?

Naja, es liegt auch irgendwie am Weg und wir müssen unser Mietauto hier zurück geben. Aber es ist auch richtig schön dort, keine Frage.

Bei unserem zweiten Aufenthalt mieten wir uns im Hotel La Justina ein. Gute Bewertungen und Frühstück inkludiert, da kann nicht so viel schief gehen.

Beim Check-In die Frage, ob wir vegetarisch oder vegan sind. Sowohl als auch. „Na dann schau ich, dass morgen Obst oder irgendwas da ist.“ Alice ist gleich ein bisschen verliebt <3

Zero Days

Wir nutzen die Tage zur weiteren Planung unserer Reise, sowohl kurz- als auch mittelfristig. Das ist einer der Unterschiede zwischen Urlaub und Reisen: Es ist wohl möglich, aber kaum sinnvoll, zu viel im Voraus zu planen, daher sind Zero Days notwendig wie nützlich. Auch, weil die vielen Eindrücke, die wir jeden Tag haben, gemeinsam mit den langen Wegstrecken, die wir die letzte Woche mit dem Auto in der Hitze ohne Aircon (wir waren froh, dass unser Mietauto überhaupt fuhr) zurück gelegt haben, uns ganz schön geschlaucht haben.

Alfred arbeitet konzentriert.

Also machen wir dieses Wochenende einfach Wochenende, lassen unsere Wäsche waschen, schlafen aus und verbringen Zeit am Computer. In der Früh Yoga und Meditieren, am Abend wird gemütlich gekocht. Auch ein bisschen Alltag gehört zum Reisen dazu.

…und eine Wanderung zum Refugio Frey

Weil das Wetter so perfekt ist, planen wir eine Tageswanderung zum Refugio Frey. Wieder einmal verlassen wir uns auf die Tipps der Locals, welche Runde die schönste sei. Auch wenn es nicht ganz unserem Stil entspricht, mit dem Lift aufzusteigen, soll dieser Weg doch der lohnendere sein, da er den Grad entlang führt und außerdem ein Rundwanderweg ist (Alice geht nicht gerne am selben Weg hin und zurück).

Das Wetter soll zu Wochenbeginn gut passen, also geht’s Montagfrüh auffi auf‘n Berg:

Eigentlich möchten wir mit dem Bus Nummer 55 nach Villa Catedral fahren, allerdings streiken die Busfahrer an diesem Tag. Schnell schließen wir uns mit zwei Schweizern zusammen und teilen uns ein Taxi – der Fahrer lässt uns sogar was nach, weil die Busse nicht fahren! 

Schigebiete sehen offenbar überall sehr ähnlich aus.

Nachdem die Ticketkassa doch noch öffnet (mit 20 min Verspätung – nennt sich „argentinische Pünktlichkeit“) geht es erst mit einer Gondel, dann einem Sessellift nach oben. Wie üblich ist der Weg gut ausgeschildert und wir erreichen bald den Grad, den wir entlang laufen bis zur Abzweigung zum Refugio Frey.

Könnt ihr den Weg erkennen, auf dem wir hier queren werden?

Den vergletscherten Cerro Tronador immer im Blick, daneben ein paar „Bilderbuch-Vulkane“, in einer Gegend, die uns stark an die Dolomiten erinnert.

Alice und der gewaltige Tronador.
Wir dachten erst, es sei ein Rabengeier (was aufregend genug wäre). Beim Durchsehen der Fotos haben wir aber festgestellt, dass es sich bei diesem gefiederten Freund hier um einen jungen Kondor handelt. Also, meine Lieben, dürfen wir vorstellen: Ein Kondor. Und ja er ist so riesig wie er aussieht.
Sich verlaufen muss man hier schon wirklich wollen.

Gleich nach der Abzweigung, nach der Querung des dem Wind ausgesetzten Kammes, beginnt bereits der Abstieg. Erst steil in felsigem Gelände hinunter zur Laguna Schmoll, wo wir bei herrlichster Südtirolstimmung unser Mittagessen genießen, danach flacher auf weichem, fast sumpfigem, Boden zur Laguna Toncek, an deren Ufer – zu Beginn des Kessels – das Refugio Frey liegt, das nach Emilio Frey benannt ist, einem der Gründer des Club Andino (des hiesigen Pendants zum Alpenverein/ zu den Naturfreunden), und sowohl von außen als auch von innen nicht von einer Berghütte in den Alpen zu unterscheiden ist.

Blick vom Grat auf die Laguna Schmoll.
Unser Ziel befindet sich am linken oberen Grün-Zipfel.
Langsam nähern wir uns.
Das Refugio Frey an der Laguna Toncek. Diese Kulisse könnte 1:1 in der Ramsau stehen, was meinst du? Wir haben uns wie zuhause gefühlt.

An den Wänden der umliegenden Türme beobachten wir Kletterer, deren Zelte rund um das Refugio Frey bunt zwischen den Büschen leuchten.

Dolomiten-Feeling pur.
Blick zurück vom Refugio Frey über die Laguna Toncek.

Bald beginnt der Wald, ein Bach ist durch eine Brücke zu queren und plötzlich finden wir uns in einer Steppe-artigen Gegend hoch über dem Lago Guiterrez wieder, am doch noch recht weiten Rückweg nach Villa Catedral. Der Streik ist beendet und in kurzer Zeit bringt uns der Bus zurück nach Bariloche, wo wir nach ausgiebiger Dusche und zünftigem Abendessen zufrieden einschlafen.

Blick auf den Lago Guiterrez am Abstieg vom Refugio Frey.
Zur Feier des Tages gibt es unsere Lieblingsburger mit Erdäpfelpüree und Salat.

Wir reisen weiter

Ein paar Tage später reisen wir weiter nach El Bolsón, um uns dort mal umzusehen.

Wanderung zum Refugio Frey – kurz und knackig

Gesamtzeit (ab Ausstieg Sessellift): 6:30 h
Gehzeit: 5:13 h
Distanz: 16,9 km
Höhenmeter im Aufstieg: 383 Hm – dafür aber 1.246 m im Abstieg!
Beschreibung: Technisch zwar einfache Wanderung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sollten aber vorhanden sein. Wir empfehlen diese Wanderung aufgrund ihrer Ausgesetztheit nur bei stabilem Schönwetter. Für den langen Abstieg empfehlen sich Wanderstöcke, um die Knie zu entlasten. Bei Aufstieg mit dem Sessellift mit guter Grundkondition keine größere Herausforderung. Wer lieber bergauf geht, kann diese Tour auch in die entgegen gesetzte Richtung absolvieren. Bei geplantem Abstieg mit dem Sessellift behalte unbedingt die Zeit im Auge, damit du die letzte Talfahrt nicht verpasst!

Wasserflasche, Proviant, Sonnenschutz, Windjacke und Hausverstand nicht vergessen.

Reiseinfos Bariloche

  • Unterkunft: Wir wohnten dieses mal im Hostel La Justina, wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt und sehr ruhig gelegen. Hier gab es nicht nur frisch gebackenes Brot zum (wahlweise veganen und immer vegetarischen) Frühstück, es hatte auch eine der saubersten Küchen, die wir in über 6 Monaten in Südamerika nutzen durften.
    Wir haben über Booking.com gebucht und wenn du HIER klickst, bekommst du bis zu EUR 15 auf deine nächste Buchung gutgeschrieben.
  • Wanderungen: Der Club Andino hat ein Office in Bariloche und die jungen Damen und Herren, die wir dort getroffen haben, gaben bereitwillig (und teilweise sogar in – gebrochenem, aber immerhin – Englisch) praktische Tipps für sämtliche Routen in der Gegend. Zusätzlich hatten wir auch den Rother Wanderführer Patagonien und Feuerland im Gepäck, der uns auf etlichen Wanderungen gute Dienste geleistet hat.
  • Registrierung: Für mehrtägige Touren ist eine Registrierung mit der Nationalparkbehörde obligatorisch – klick HIER, um direkt zur Seite zu kommen, auf der auch andere interessante Infos zu finden sind (z.B. zum Zustand von Wegen etc.). Außerdem müssen Schlafplätze auf Hütten während der Hochsaison unbedingt reserviert werden. HIER geht’s zu einer Übersicht zu sämtlichen alpinen Unterkunftsmöglichkeiten um Bariloche (auf Spanisch).
  • Lonely Planet Argentinien

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Für Wanderungen nutzen wir die Bergfex App (Pro Version). Wir weisen dich darauf hin, dich nicht blind auf unsere Tipps und Anregungen zu verlassen, sondern diese als Inspiration zu sehen, um selbständig zu recherchieren und dir eine Meinung über deine geplante Tour zu bilden.

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